Betriebliche KV bringt Vorteile für Chef und Mitarbeiter
mehr...Weniger Netto: Gesetzlichen Kassenbeiträgen droht erneuter Anstieg
Negativzinsen, steigende Ausgaben für Hartz4-Empfänger und Flüchtlinge sowie kostspielige Reformen der Politik sind die Hauptgründe für die angespannte Finanzsituation der Krankenkassen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Kassen warnt bereits vor steigenden Beiträgen in den nächsten Jahren. Treffen wird es vor allem die Arbeitnehmer, da die Mehrkosten allein durch den Zusatzbeitrag geschultert werden sollen.
3,4 Milliarden Euro zusätzliche Kosten bis 2019 – so lautet die Prognose von Doris Pfeiffer, Chefin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen. Sie rechne mit einer Erhöhung des Beitragssatzes bei fast allen Kassen. Natürlich sei es im Prinzip jeder Kasse selbst überlassen, die Höhe des Zusatzbeitrags festzulegen, aber letzten Endes sei ja auch jede Kasse von den genannten Gründen für die Mehrkosten betroffen.
Beitragsanstieg schon länger absehbar
Experten haben schon länger mit einer weiteren Beitragssteigerung gerechnet – und sehen hiermit noch kein Ende erreicht. Bis 2019 könnten die Zusatzbeiträge von jetzt durchschnittlich 1,1 Prozent auf 1,8 Prozent des Bruttolohns steigen. Bei einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro also knapp 20 Euro mehr im Monat! Hinzu kommt die demografische Last ab 2020, wenn die ersten Babyboomer (geboren 1955 bis 1969) in Rente gehen, weniger Beiträge zahlen und im Alter zugleich höhere Kosten verursachen, was statistisch eindeutig ist.
2,3 Milliarden fehlen 2016 allein wegen Hartz-IV-Empfängern
Derzeit erhalten die Kassen monatlich 90 Euro für einen Hartz-IV-Empfänger vom Bund. Die tatsächlichen Kosten liegen jedoch mehr als 50 Prozent über diesem Satz. Allein durch diesen Fehlbetrag entsteht in 2016 voraussichtlich eine Lücke von 2,3 Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen. Bezahlen müssen dies die Beitragszahler in Form von steigenden Zusatzbeiträgen.
Beitragshöhe nicht das einzige Auswahlkriterium
Wie hoch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag ausfällt, hängt zusätzlich davon ab, wie gut oder weniger gut eine Kasse wirtschaftet. Bei der Auswahl der richtigen Krankenkasse sollte neben der Beitragshöhe aber auch auf die Zusatzleistungen geachtet werden. Denn auch hier können die Kassen verschiedene Leistungen anbieten, die über das gesetzlich vorgeschriebene Niveau hinausgehen. Auch Bonusprogramme sollten bei der Auswahl beachtet werden. Ein Kassenwechsel in mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende möglich, sofern man mindestens 18 Monate bei seiner aktuellen Kasse versichert war.